Interview mit Andreas Bosch, Bosch Edelbrände

Wann haben Sie begonnen Whisky zu brennen und warum?

 

1997 habe ich damit begonnen, Whisky zu destillieren. Damals war ich in Weinsberg bei einer Verkostung fassgereifter Brände, wo unter anderem auch Whisky verkostet wurde. Also dachte ich mir, dass wir so etwas eigentlich auch mal machen könnten, denn die Brände haben mir nicht sonderlich gut geschmeckt. Ich wollte testen, ob man das nicht auch anders machen kann. (lacht)

 

Und ich glaube, so schlecht ist es mir gar nicht gelungen. Wir machen nun schon seit zwanzig Jahren Whisky hier in Lenningen und haben seit diesem Jahr unseren ersten Zehnjährigen draußen.

 

Was fasziniert Sie an Whisky?

 

Die Vielfalt des Geschmacks! Man kann aus vielen Malz-, beziehungsweise nicht nur Malz- sondern auch Kornarten, sehr viele gute Destillate oder eben Whiskies herstellen.

Auch die Spielerei mit den Fässern natürlich. Im Endeffekt schlicht die Vielfalt dessen, wie man etwas machen kann und damit auch die Einzigartigkeit des Whiskys.

 

Wo sehen Sie den Bereich Whisky in Ihrem Unternehmen in zehn Jahren?

 

Ich hoffe einfach, dass es so weitergeht wie im Moment. Wir sind sehr zufrieden und es wird auf jeden Fall immer mehr. In zehn Jahren... Mehr Fässer. Noch mehr Fässer. Noch mehr Kundschaft. Ich weiß es nicht. (lacht)

Ich hoffe einfach, dass es so weitergeht, dann bin ich zufrieden.

 

Welchen Whisky aus Ihrem Sortiment können Sie besonders Empfehlen?

 

Ich kann alle empfehlen! (lacht)

Wir haben hier vier verschiedene Whiskies. Alle vier mit einer anderen Geschmacksrichtung. Wir haben beispielsweise einen Dinkel-Whisky aus einem ganz tollen Albdinkel, für den wir das Korn auch selbst anbauen. Nun haben wir seit ein paar Wochen unsere zehnjährige Abfüllung, die etwas ganz besonderes ist. Dieser Whisky lag acht Jahre lang im Limousin-Eichenfass und bekam danach ein Zwei-Jahre-Finish im Madeira-Fass, das Ganze in Fassstärke.

Der Whisky trägt den Namen Cask 57. Das ist bei uns eben das Madeira-Fass mit der Nummer 57. Der Whisky daraus wird direkt abgezogen, wird also nicht gefiltert und hat eine Fassstärke von 47 Volumenprozenten.

Manche fragen sich, warum es nur 47 Volumenprozente sind. Das ist schlicht damit zu erklären, dass wir vor zehn Jahren noch nicht so hochprozentig eingelagert haben. Daher bin ich froh, dass es noch 47 Volumenprozente geworden sind. Persönlich finde ich die Stärke genau richtig. Alles, was über die 50 Volumenprozente hinausgeht, ist mir schon wieder too much.

 

Woher beziehen Sie die Fässer für Ihren zehnjährigen Whisky?

 

Die Fässer sind aus französischer Eiche und werden direkt in Frankreich gekauft. Die Madeira-Fässer beziehen wir über einen Händler, der speziell diese Fasssorte bedient.

 

Wie viel Lehrgeld muss man bezahlen, wenn man versucht, sich auf dem Whisky-Markt zu etablieren?

 

Also am Anfang haben wir durchaus Lehrgeld bezahlt. Wir machen nun schon seit zwanzig Jahren Whisky, da hat man einiges dazugelernt, auch aus Fehlern gelernt -zumindest hoffe ich das. Ich denke, dass unsere Whiskies in den letzten zehn Jahren, auch aufgrund unserer neuen Brennerei, einfach viel gehaltvoller, viel besser geworden sind.

Man kann immer etwas besser machen. Es wäre ja schlimm, wenn wir nicht dazulernen würden.

 

Neben Whisky und Gin, haben Sie auch Obstbrände...

 

Ja genau. Man kann sagen, dass das Hobby „Whisky“ die Obstbrennerei finanziert hat.

 

...bald auch abgelöst hat?

 

Wir hoffen es, ja! Wir sind von der Produktion her momentan bei fast 50/50, Whisky zu Obstbränden. In meiner Brust schlagen allerdings immer zwei Herzen. Ich bin ein Obstbrenner. Unsere Familie stellt seit 1948 Obstdestillate her. Mit dem Whisky habe ich damals angefangen. Mein Vater sagte zu mir: „Junge, wenn du das machen möchtest, dann mach's. Ich helfe dir dabei, aber machen musst du's selber!“.

 

Bietet Ihre Destillerie auch Führungen an?

 

Es gibt Führungen nach Absprache, ja. Wir haben aber auch ganz normale Ladenöffnungszeiten und wenn man dort reinschauen möchte und meine Frau und ich vor Ort sind, dann ist es überhaupt kein Problem, einfach schnell gemeinsam durchzugehen.

 

Wenn Sie außerhalb Ihres eigenen Sortiments Whisky trinken, welcher kommt Ihnen dann am liebsten ins Glas?

 

Oh, das ist schwierig. Es gibt so viele gute Whiskies. Ich selbst habe mal einen Talisker verkostet. Der war nicht allzu rauchig, was ich persönlich auch gut finde. Zu stark getorfte Whiskies sind nicht mein Fall. 

 

Verkostungsnotizen zum "Cask 57" finden Sie im Bereich "Verkostungsnotizen".

 

Genauere Informationen über die Brennerei BOSCH finden Sie hier: 

http://www.bosch-edelbrand.de/

 

Interview von Manu

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